"Der Winter", um 1830

"Der Winter", um 1830

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 9.14, S. 138.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, S.N. 25.215

© Historisches Museum der Stadt Wien


Johann Baptist Clarot (Wien 1797 - nach 1854)
Kreidelithographie, koloriert, 33,2 x 50
Gedruckt bei Mansfeld & Comp. in Wien
Farbtafel

Das Blatt gehört zu einer Jahreszeitenfolge mit Praterszenen, die von Clarot herausgegeben wurde. Die winterliche Hirsch- und Rehfütterung durch eine adelige Dame im Schlitten findet bei den Kaffeehäusern an der Hauptallee statt. "Zu den gewiß nicht uninteressantesten Bewohnern des Prater müssen die Hirsche gezählt werden, die darin herdenweise herumziehen, und wovon heute wie vor einem halben Jahrhundert viele so zahm sind, daß sie den Lustwandelnden das Brot aus den Händen fressen; sie selbst pflegen in später Abend- oder Nachtzeit die Jägerzeile zu besuchen." In der Zeit um 1770/80 suchte ein besonders zahmer Hirsch, "Waldhansl" genannt, häufig die Jägerzeile auf. Er wurde zur lokalen Berühmtheit, da er auch Wein trank. Nach einem Zwischenfall in der Freudenau, als 1867 ein Hirsch im Wutanfall einen Gast beim Wirtshaustisch tötete, wurden die "PraterhanseIn" teils abgeschossen, teils in den Lainzer Tiergarten überführt.


Renata Kassal-Mikula


Literatur: Realis, Der Prater (1846).
Hans LIEBL, Fünf Jagdbilder aus dem Prater. In: Österreichs Weidwerk 5 (1931), S. 121 ff.