Wolfgang Anton Reichsritter von Manner, 1897

Wolfgang Anton Reichsritter von Manner, 1897

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 5.5, S. 87.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 44.494
Wolfgang Anton Reichsritter von Manner, 1897

© Historisches Museum der Stadt Wien


Zygmund Ajdukiewicz (Witkowice 1861 - 1917 Wien)
Öl auf Holz, 37 x 30 cm
Signiert und datiert rechts unten: Zygmund Ajdukiewicz / 897.
Farbtafel

Wolfgang Anton Willibald Raimund Ritter von Manner zu Mätzelsdorf entstammte einem alten landständischen Geschlecht. Kaiser Ferdinand II. verlieh seinem Vorfahren Willibald Manner "Stattschreiber" in St. Pölten den "Österreichisch-erbländischen Rittermäßigen Adel". Wolfgang Anton wurde am 23. Mai 1850 auf Schloß Schlatten in Schlesien geboren. Am 5. Dezember 1922 schied er in Salzburg freiwillig aus dem Leben. Bis 1883 war er im Staatsdienst. Er brachte es bis zum k. k. Ministerialvizesekretär im Handelsministerium, ehe er sich der Bewirtschaftung seines väterlichen Gutes in Schlesien widmete. Am 26. März 1908 wurden ihm die 1627 erworbenen Adels- und landmannschaftlichen Rechte bestätigt und die Berechtigung erteilt, sich nach dem Edelsitz seines vierten Urgroßvaters "von Manner zu Mätzelsdorff" nennen und schreiben zu dürfen. Die Familie besaß durch viele Jahre mehrere Häuser in Wien: das "alte" Mannersche Familienhaus in der Singerstraße 6, Wien 1 (Wappenstein Historisches Museum, Inv. Nr. 117.119), ein Haus in der Praterstraße 19, Wien 2, und die Villa XAIPE (Chaire) in der Schönbrunner Straße 309, Wien 12 (Wappenstein Historisches Museum, Inv. Nr. 117.119). Die 1793 errichtete Villa wurde um 1860 von Raymund Reichsritter von Manner, dem Vater von Wolfgang Anton, erworben und verblieb bis 1916 in Familienbesitz. Ajdukiewicz, ein gesuchter Porträtist, malte Ritter von Manner in Frontalansicht und in selbstbewußter Pose. Er sitzt in Jagdkleidung, in der rechten Hand einen Stock, in der linken Hand seinen Hut haltend, vor einem großen, hängenden Greifvogel. Die angelehnte Waffe ist ein Drilling. Dem Maler gelang ein sehr persönliches und gleichzeitig typisches Jägerbildnis.


Renata Kassal-Mikula


Literatur: Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser Österreichs 3 (Wien 1908/09), S. 342ff.