Gamsjagd in den Gschirrmäuern bei Seewiesen, um 1860

Gamsjagd in den Gschirrmäuern bei Seewiesen, um 1860

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 4.3, S. 85.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Privatbesitz
Gamsjagd in den Gschirrmäuern bei Seewiesen, um 1860

© Privatbesitz


Friedrich Gauermann
Öl auf Holz, 83 x 102 cm
Signiert rechts unten: F. Gauermann
Farbtafel

Ein Rudel von getriebenem Gamswild wird auf einem Felsrücken, über einen Graben hinweg beschossen. Die schroffe Felswand bildet den optischen Hintergrund der aufgeschreckten Tiere, die keinen Fluchtweg mehr haben. Diese Art, Gamswild zu bejagen, der sogenannte "Gamsriegler", wurde von Erzherzog Johann bevorzugt, da er die dauernde Bejagung und Beunruhigung des Gamswildes als schädlicher betrachtete als die in großen Zeitintervallen von einigen Jahren abgehaltenen "Gamsriegler". Bei diesen wurde in alle Altersklassen eingegriffen und nicht gezielt nur der alte und starke Gamsbock erlegt. "Gamsriegler" gab es in den herrschaftlichen Jagdrevieren noch über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus. Gauermann gibt für diese Jagdszene eine genaue topographische Angabe, die zum Hochschwabgebiet gehörenden Gschirrmäuer unterhalb der Mitteralpe beim Ort Seewiesen in der Steiermark, wenige Kilometer vom Brandhof Erzherzog Johanns entfernt. Lithographie nach dem Bild von Eduard Weixlgärtner (Historisches Museum, Inv. Nr. 99.319).


Renata Kassal-Mikula, Hermann Prossinagg


Literatur: Gemälde und Zeichnungen im Privatbesitze Seiner kaiserlichen und königlichen Majestät Franz Joseph I. (Wien 1901), Nr. 494.
Rupert FEUCHTMÜLLER, Friedrich Gauermann 1807-1862 (Rosenheim 1987), WV 369.