Jagd am Offensee, 1865

Jagd am Offensee, 1865

In: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch. Katalog der Ausstellung in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten vom 28. März 1996 bis 16. Februar 1997. Sonderausstellung des Historischen Museums der Stadt Wien. 209. – Wien: Eigenverlag der Museen der Stadt Wien 1996. 356. 8°. Objekt-Nr.: 3.16, S. 61.

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Leihgeber: Historisches Museum der Stadt Wien, 90.606
Jagd am Offensee, 1865

© Historisches Museum der Stadt Wien


Josef Kriehuber
Kreidelithographie, 66 x 84,7 cm
Bezeichnet links und rechts unten im Druck: Gemalt n. d. Natur von Jos. Kriehuber - Gedr. B. Jos. Stoufs Wien

Vor der grandiosen Kulisse der Bergkette, rechts Schloß Offensee. Die Komposition der Szene davor ist vor allem in Einzelheiten von Gauermann inspiriert, wie die Gruppe rechts vorne um den erlegten Hirsch und einige Gemsen. Bei Gauermanns Bild finden wir sie am linken Bildrand. Auch die zwanglose Anordnung der Mittelgruppe ist ähnlich. Hier stehen rechts von Kaiser Franz Joseph I., Albert von Sachsen, Großherzog Ferdinand von Toskana, Herzog Karl Theodor in Bayern, ein Bruder von Kaiserin Elisabeth, dann Joseph Graf Latour von Thurmburg, der Erzieher von Kronprinz Rudolf, Freiherr von Karlowitz, Adjutant Alberts von Sachsen, Ferdinand Graf Fünfkirchen, Adjutant des Kaisers, davor zwei Jäger. Links vom Kaiser von rechts nach links Prinz Maximilian von Thurn und Taxis, verheiratet mit Helene, einer Schwester von Kaiserin Elisabeth, Jägermeister Grill, der kaiserliche Leibkammerdiener Kunrath und Forstwart Loidl vulgo Schlosserl. Im Hintergrund transportiert eine Gruppe von Jägern einen Hirsch auf einem Karren ab, eine auch bei Gauermann immer wiederkehrende Szene. Die Kleidung aller Jagdteilnehmer entspricht der des Kaisers, die sozusagen zu einer Art Uniform geworden ist. Die Jagdwaffen sind durchwegs einläufige Gewehre, da Franz Joseph I. wie Erzherzog Johann nur deren Verwendung gestattete. Der Kaiser trägt noch den hohen Hut, aber mit Hirschbart anstelle des Birkhahnstoßes. Eine Kopie der Komposition, ein Holzrelief von Franz Wenger, befindet sich im Schloß Mürzsteg. Die Vorlage der Lithographie, ein 1865 datiertes Aquarell Kriehubers, befand sich in Schönbrunn im Arbeitszimmer Kaiser Franz Josephs I.


Selma Krasa


Literatur: Wolfgang von WURZBACH, Josef Kriehuber und die Wiener Gesellschaft seiner Zeit. Katalog der Porträtlithographien Josef Kriehubers, Bd. 2 (Wien, Bad Blocklet, Zürich 1957), S. 626f.