Erste urkundliche Nennung von Ferlach

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 32.7, S. 683.

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Leihgeber: Kärntner Landesarchiv (Klagenfurt, Kärnten), GV-HS 2/1, f 87-88
Erste urkundliche Nennung von Ferlach

© A. Poschinger


1246 März 7
Urkunde, Pergament; Höhe 34 cm, Breite 46 cm
Viktringer Kopialbuch IV, Pergament-Handschrift mit 163 Blättern (Blätter 25-35 fehlen), schmuckloser Ledereinband, Rücken in Golddruck: "No. IV".

Das Viktringer Kopialbuch IV in der Handschriftensammlung des Geschichtsvereins für Kärnten ist eine der bedeutsamsten Quellensammlungen zur Kärntner Landesgeschichte. Sein Text wurde im wesentlichen im frühen 15. Jahrhundert von 9 verschiedenen Schreibern abgefaßt: folio 1-24 bringen eine kurze Geschichte des Zisterzienserordens, die Gründungsgeschichte des Klosters Viktring und Abschriften der ältesten Schenkungsakte (Traditionsnotizen) und Privilegien des Klosters. Nach einem Textverlust von 11 Blatt folgt ab folio 36 das eigentliche Urkundenkopialbuch mit insgesamt 233 von August Jaksch nummerierten Stücken. Auf folio 87'-88 (Urkunde Nr. 99) ist der Text mit der ältesten urkundlichen Nennung von Ferlach überliefert: Die Erben des Swiker von Hollenburg schenken dem Kloster Viktring 10 Mark jährlicher Einkünfte zum Ankauf von Fischen und Lebensmitteln für die Mönche und zur Begehung eines ewigen Jahrtages für den Verstorbenen. Erbracht werden diese Einkünfte durch die Abgaben von 5 Huben in Seidolach, 2 Huben in Unterferlach und 5 Huben in Görtschach. Gleichzeitig verzichten die Erben des Hollenburgers auf das Vogteirecht im Dorf Ferlach ("in villa que vocatur Voerelach").


Wilhelm Wadl


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch


Literatur: August JAKSCH, Monumenta historica Ducatus Carinthiae, Bd. III: Die Kärntner Geschichtsquellen. 811-1202 (Klagenfurt 1904), S. XLII ff. (Handschriftenbeschreibung).
August JAKSCH, Monumenta historica Ducatus Carinthiae, Bd.IV/1: Die Kärntner Geschichtsquellen. 1202-1262 (Klagenfurt 1906), Nr. 2327 (Urkundenedition).