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In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 25.18, S. 634.

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Leihgeber: Österreichisches Museum für Volkskunde (Wien), 18.772
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© Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien


Anonym; Rampersdorf, Oberösterreich; 1767
Öl auf Leinwand; Höhe 59 cm, Breite 49 cm

Der Heilige Hubertus in altertümlicher Jägertracht, mit dem Hirsch hinter sich, kniet anbetend vor der Heiligen Muttergottes mit dem Jesuskind. Er hat seine Saufeder und das Barett auf dem Boden abgelegt. Im Vordergrund hetzt ein Hund Wildschweine und einen weißen Ziegenbock. Die Inschrift auf der Kartusche links unten ("EX VOTO. Von der Gemein von Raunfensdorff Anno 1767") sagt uns lediglich, wo und wann das Ereignis stattfand, das Anlaß für diesen Ausdruck naiver Frömmigkeit war, nichts aber über das Geschehnis selbst. Vermutlich verhinderte ein mutiger Hund schwere Flurschäden durch eine Invasion einer großen Rotte von Wildschweinen. Ein Ziegenbock, der vielleicht zufällig in der Nähe war, wurde möglicherweise "verteufelt" und als satanischer Anführer der borstigen Flurschädlinge betrachtet.


Wilhelm Schlag


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch