Evangeliar aus St. Mèdard, Miniatur

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 25.17, S. 634.

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Leihgeber: Bibliothèque Nationale (Paris, Frankreich), Ms. lat. 8850, fol. 6v
Evangeliar aus St. Mèdard, Miniatur

© Bibliothèque Nationale, Paris


Anfang 9. Jahrhundert
Photo

Im kostbaren Evangeliar aus St. Mèdard (Abtei über dem Grab des hochverehrten fränkischen Königsheiligen Medardus in Soissons, gegründet 557) aus dem beginnenden 9. Jahrhundert findet sich folio 6v., eine Miniatur, die das frühchristlich-spätantike Thema der Hirschen als Symbol der Seele und Wasser des Lebens (Psalm 41,2: "Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, nach dir.") noch vertieft. Um ein Taufbecken in Art eines Baptisteriums sind vom Buchmaler vier Hirsche angeordnet, die gleicherweise auf die Paradiesflüsse wie die vier Evangelisten verweisen. Sie vermögen der Seele des Gläubigen lebendiges Wort und lebendiges Wasser zu spenden.


Günther Hödl


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch


Literatur: Donat de CHAPEAUROUGE, Einführung in die Geschichte der christlichen Symbole (Darmstadt 3. Auflage 1991), S. 75.