"Orpheus bezaubert die Tiere"

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 19.50, S. 567.

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Leihgeber: Deutsches Jagd- und Fischereimuseum (München, Deutschland), 5004

© Fotoatelier Schrader GmbH., München


Johannes Melchior Bocksberger (vor 1540-1589); süddeutsch
Holztafel; Höhe 47 cm, Breite 85 cm, Tiefe 4 cm (mit Rahmen)

Der Künstler Johannes Melchior Bocksberger wirkte in einer Reihe süddeutscher Städte. Er schuf Deckenfresken und zeigte eine besondere Begabung für die Jagd- und Schlachtenmalerei. Die in naiver Malweise ausgemalten umgebenden Bäume mit ornamental verspieltem Blattwerk lassen die Gesangsszene auf einer Waldlichtung wie ein traumhaftes Wunschbild erscheinen. Der mit einem togaähnlichen Gewand bekleidete Orpheus sitzt in der Astgabel eines Baumrestes und spielt dazu ein Saiteninstrument, neben sich die unbekleidete Eurydike mit einem Kind auf dem Schoß. Um das Paar herum liegen oder stehen beglückt lauschende Tiere vom Vogel bis zum Elefanten. Besonders auffallend ist ein Bär, der in gespannter Aufmerksamkeit auf einem Baummast über der Gruppe thront, aber wie frei schwebend wirkt.


Wolfgang Killer


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch