"Georgica Curiosa"

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 18.30, S. 553.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen

Leihgeber: Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Sammlung für Inkunabeln, alte und wertvolle Drucke, 49.R.1.Vol.1-3

© Ulrich Peter Schwarz


Wolf Helmhard Hohberg; österreichisch; 1716-1749
Druck, Papier; Höhe 35 cm, Breite 25 cm, Tiefe 5 cm (offen)

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts bis ins auslaufende 18. Jahrhundert waren sogenannte "Hausväterbücher" beliebte Werke. In diesen Werken wurden der gesamte Bereich der Landwirtschaft, der "Jägerey" und des "Vogelfang(s)" abgehandelt. Hohberg, der in Niederösterreich lebte, beschreibt in seiner Georgica Curiosa zum ersten Mal in einem deutschsprachigen Buch die hier abgebildeten "Roccoli", die in Italien weit verbreitet waren. Am Rand der Roccoli befand sich der Aussichtsturm, in dem der Vogelfänger das Geschehen beobachtete. Die Vogelnetze befanden sich auf einer hohen Baumreihe, die die beeren- und früchtetragenden Sträucher umgaben. Sobald sich genügend Vögel auf der Roccolo niedergelassen hatten, erschreckte der Vogelfänger die Tiere mit verschiedenen Wurfkörpern, sogenannten "spauracchi", und lauten Pfiffen, worauf diese in die umliegenden Bäume flüchteten und sich dabei in den Netzen verfingen. In Italien waren diese Roccoli noch bis 1960 (!) in Verwendung.


Josef C. Feldner


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch