Jagdarmbrust und Bolzenköcher

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 17.2; R 17.3, S. 521.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen

Leihgeber: Benediktinerstift Kremsmünster (Oberösterreich), 155; 160; 163
Jagdarmbrust und Bolzenköcher

© Privatbesitz


Anonym; österreichisch; um 1500
Jagdarmbrust: Säule Länge 83 cm, Bogen Länge 80 cm
Bolzenköcher: Holzkern mit Wildschweinleder überzogen, Stahl; Länge 46 cm, Durchmesser 8 cm

Es handelt sich um eine schwere Armbrust mit Hornschichtbogen, die mit einer Zahnstangenwinde gespannt wurde. Die Jagdarmbrust, die von Maximilian I. für den Gebrauch bei frostigem Winterwetter empfohlen wurde, könnte einen Teil der persönlichen Jagdausrüstung des Kaisers gebildet haben, da sie mit dem Jagdbesteck des Kaisers seit jeher aufbewahrt wird.
Dieser Bolzenköcher ist ein typischer gotischer Jagdköcher, in dem etwa ein Dutzend Bolzen aufrechtstehend so aufbewahrt wurden, daß die Enden mit den Federn auf dem Köcherboden ruhten, der deshalb breiter gestaltet ist, als der enge Köchermund, der die Spitzen der Bolzen aufnahm. Der Köcher besteht aus einem Holzkörper, der mit Pergament und an der gewölbten Vorderseite mit einem - durch Alter und Gebrauch enthaarten - Stück Wildschweinschwarte überzogen ist. Der Köchermund ist zum Schutz des Trägers und der Bolzen mit einem Deckel aus getriebenen Eisenblech versehen.


Wilhelm Schlag


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch


Literatur: 1200 Jahre Kremsmünster. Stiftsführer. Geschichte, Kunstsammlungen, Sternwarte. Red. Von Otto Wutzel. (Kremsmünster 1977).
Egon HARMUTH, Die Armbrust (Graz 1986).