© Historisches Museum Luzern
Anonym; Oberrhein (?); Anfang 14. Jahrhundert (?)
Birnbaumholz, Eisenbeschläge; Höhe 8,6 cm, Breite 17,5 cm, Tiefe 11,6 cm
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Das Minnekästchen hat eine rechteckige Form und ist reich geschnitzt. Auf dem Deckel befindet sich ein Hirsch mit zwei gekreuzten Händen im Geweih, verfolgt von einem Jäger mit zwei Hunden und einem Falken. Spruchbänder mit Inschriften: "ille[n]t • alle • balde • trwe • vil • zv • walde" "on • raten" und "es • claget • mei[n]ger • trwe • die • i[n] • doch • nvt • rwet". Auf der Vorderseite ist eine Dame zu sehen, einen angebundenen Löwen züchtigend; ferner eine Harpyie mit Vorlegeschloss auf der Brust und Schlüssel in den Klauen. Inschrift: "mi[n] • hercz • i[n] trwe • behalte[n] • sot • des • hatt • och • d[er] • löwe • not". Auf der Rückseite ist ein Affe mit Kappe und Pfeilbogen auf einem liegenden Baumstamm sitzend dargestellt, daran befinden sich Blattwerk, Eichenblätter und Eicheln Inschrift: "mit • dorheit • umtrib • ich • min • zit". Auf den Seitenflächen sind stilisierte Rosetten und Blattwerk dargestellt. Eiserne Rahmenbänder, geschnittene Beschläge mit Rosettenornamenten komplettieren das Bild. Das Innere des Kästchen ist mit Pergament ausgekleidet. Darauf steht von späterer Hand geschrieben: "Der Königin Agnes ihr Schmuckkästchen von Königsfelden". Die angebliche Herkunft aus dem Frauenkloster Sarnen (ehemals zum Kloster Engelberg gehörend) läßt sich bisher nicht nachweisen. Auffallend ist die Ähnlichkeit des Kästchens mit jenen von Paris, Musée du Louvre, Köln, Museum für Angewandte Kunst und dem Kästchen, das 1957 in Köln bei Lempertz versteigert wurde. Die Inschriften und dargestellten Szenen lassen sich nicht eindeutig erklären. Gewisse Assoziationen zu den in Minnetexten gebräuchlichen Bildern sind vorhanden.
Josef Brüslisauer
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