"Der Mann im Eis"

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 8.8, S. 483.

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© Zeitschrift der "Stern"


Photo, lebensgroß; Höhe 160,5 cm

Der Mann im Eis wurde am 19. September 1991 in einer gletschereisgefüllten Felsenrinne am Hauslabjoch im oberen Ötztal entdeckt. Die Fundstelle liegt etwa 80 m vom Alpenhauptkamm entfernt in einer Seehöhe von 3210 m. Während man sonst den vorgeschichtlichen Menschen ausnahmslos nur aus Grabstätten kennt, liegt hier der einzigartige Fall eines mitten aus dem Leben gerissenen und im Permafrostbereich konservierten jungsteinzeitlichen Mannes mit Kleidung und Ausrüstung vor. Bei den Fundgegenständen handelt es sich folglich nicht wie gewöhnlich um entsprechend der jeweiligen Bestattungssitte selektiertes oder eigens für die Begräbniszeremonie gefertigtes Beigabengut, sondern um Dinge des alltäglichen Gebrauchs und Nutzung. Deshalb braucht es nicht zu verwundern, wenn am Hauslabjoch auch Artefakte zum Vorschein kamen, die unfertig sind, d. h., die sich noch in einer Herstellungsphase befanden. Auch dieser Tatbestand erhebt die Entdeckung des Mannes im Eis zu einem säkularen archäologischen Ereignis.


Konrad Spindler


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch