Wildpferdchen vom Vogelherd

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 7.20, S. 478.

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Leihgeber: Universität Tübingen (Deutschland), Institut für Urgeschichte (Deutschland)
Wildpferdchen vom Vogelherd

© Universität Tübingen, Institut für Urgeschichte


Vogelherdhöhle, Schwäbische Alb; Aurignacien, ca. 32.000 Jahre alt
Mammutelfenbein, Replik; Länge 4,8 cm, Höhe 2,5 cm, Breite 0,7 cm


Replik

Zu dem eindrucksvollsten Zeugnissen aus den Anfängen künstlerischer Betätigung zählt diese Vollplastik aus Mammutelfenbein, die 1931 von dem Tübinger Prähistoriker Gustav Riek entdeckt und erstmals untersucht wurde. Es handelt sich um ein leicht stilisiertes Wildpferd, offenbar einen Hengst in Droh- oder lmponierhaltung, mit sehr detailliertem Kopf, an dem Kiefer, Maul, Nüstern und Augen erkennbar sind. Auf dem Körper sind X-Kerbzeichen und Winkel angebracht, deren Bedeutung als Geschoßkennzeichnung vermutet wird, aber letztlich unklar ist. Merkwürdigerweise trägt gerade das stilisierende Element, der überzogen lang und geschwungen dargestellte Hals des Pferdchens, zu einem besonders lebendigen und natürlichen Erscheinungsbild der Plastik bei.


Klaus Böhme


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch


Literatur: Joachim HAHN, Kraft und Agression. Die Botschaft der Eiszeitkunst im Aurignacien Süddeutschlands (Tübingen 1986).
Wighart von KOENIGSWALD, Joachim HAHN, Jagdtiere und Jäger der Eiszeit. Fossilien und Bildwerke (Stuttgart 1981).