"Suchendes Rentier" - Lochstab aus Rentiergeweih mit Abbildung eines Rentieres

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R. 7.19, S. 478.

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Leihgeber: Rosengartenmuseum Konstanz (Deutschland)

© Rosengartenmuseum, Konstanz


Höhle Kesslerloch bei Thayngen, Kanton Schaffhausen (Schweiz);
Magdalénien
Rentiergeweih, Replik; Gravierung: Länge 8,5 cm

Das wohl berühmteste Kunstwerk des Magdalenien ist diese gravierte Darstellung eines Rentieres, die im Jahre 1874 gefunden wurde. Die gesenkte Stellung des Hauptes kann sowohl auf ein äsendes Tier als auch auf einen zum Kampf bereiten Hirsch in der Brunft hindeuten. Umstritten ist auch die Funktion derartiger Lochstäbe. Wegen angebrachter Ritzungen und Zeichen galten sie früher oft als Kultgegenstände oder sogenannte "Kommandostäbe", heute geht man, vor allem nach der Untersuchung von Gebrauchs- und Abnutzungsspuren am Lochrand, eher von einer praktischen Bedeutung als Werkzeug zum Biegen bzw. Geradebiegen von Pfeilspitzen, Speerschäften usw. aus.


Klaus Böhme


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch


Literatur: Joachim HAHN, Kraft und Agression. Die Botschaft der Eiszeitkunst im Aurignacien Süddeutschlands (Tübingen 1986).
Wighart von KOENIGSWALD, Joachim HAHN, Jagdtiere und Jäger der Eiszeit. Fossilien und Bildwerke (Stuttgart 1981).