"Kopf eines Hirschen mit Pfeil"

In: alles jagd...eine kulturgeschichte. Kärntner Landesausstellung im Schloß Ferlach vom 26. April bis 26. Oktober 1997. Katalogbuch. Herausgegeben vom Land Kärnten. Kärntner Landesausstellung unter Leitung von Günther Hödl und Hartwig Pucker. Redigiert von Gabriele Guntsche-Liessmann und Daniela Schurian. – Klagenfurt: Kärntner Landesausstellungsbüro 1997. XVI, 700. 4°. Objekt-Nr.: R 2.3, S. 459.

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Leihgeber: Bibliothèque Nationale (Paris, Frankreich)

© Bibliothèque Nationale, Paris


Albrecht Dürer (1471-1528); 1504
Photo

Schon in der Antike hatte der Kopf des erlegten Wildes als Wesensträger besondere Bedeutung. Höchst eindrucksvoll kommt dies auch durch den "Kopf eines Hirschen" (mit einem tödlichen Armbrustbolzen zwischen den Augen) von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1504 zum Ausdruck, aus jener Zeit, als Dürer gerade auch sein berühmtes Bild von Adam und Eva im Garten Eden schuf. Der gefühlvolle Respekt, mit dem Dürer hier seinem Objekt begegnete, weist einerseits die neue, der Renaissance gemäße Geisteshaltung auf, nach dem Leben zu zeichnen, und unterstreicht andererseits, daß Dürer damit die mittelalterlichen Konventionen der Jagddarstellung überwand, indem er es meisterhaft vermochte, starke, komplizierte und nicht leicht in Worte zu fassende Emotionen auszudrücken. Man kann auch anderswo in Dürers Kunst eine ähnlich ambivalente Haltung gegenüber dem Leiden von Tieren beobachten.


Günther Hödl


Zum Katalog: Jagdzeit. Österreichs Jagdgeschichte. Eine Pirsch