Jean de Mandeville: Reisebeschreibung

Jean de Mandeville: Reisebeschreibung

In: Schatzhaus Kärntens. Landesausstellung St. Paul 1991. 900 Jahre Benediktinerstift. Teil 1: Katalog. Herausgegeben vom Ausstellungskuratorium. Redigiert von Hartwig Pucker. – Klagenfurt: Universitäts-Verlag Carinthia 1991. 525. 8°. Objekt-Nr.: 9.20, S. 162.

Zum Anfang   Zurück   Vorwärts   Zum Ende

Fenster schließen


Leihgeber: Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal (Kärnten), Codex 210/4, 118v und 119r
Jean de Mandeville: Reisebeschreibung

© Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal


Spitaler Provenienzgruppe, Mitte des 15. Jahrhunderts
Papier, 190 Blätter, Höhe 21,2/Breite 14,7 cm

Die Identität Mandevilles ist bis heute nicht geklärt. Es handelt sich dabei vermutlich um einen Engländer, der - in seiner Heimat wegen Totschlags gesucht – in Lüttich unter dem Namen Jean de Bourgogne als Naturforscher, Philosoph, Astrologe und Arzt lebte. Er soll am 12. November 1372 gestorben sein.
Unter den deutschen Textzeugen mittelalterlicher Reiseliteratur war Mandevilles Reisebeschreibung (in französischer Sprache 1356 entstanden) die am häufigsten überlieferte. Der Grund für die große Beliebtheit des Textes ist wohl im Umstand begründet, daß Mandeville sowohl die Reise ins Heilige Land als auch nach China beschreibt. Mandeville hat seine von ihm beschriebenen Reisen nicht selbst unternommen; er kompiliert vielmehr die vorhandenen einschlägigen Vorlagen (z.B. Marco Polo, Odorico von Pordenone u.a.). Der französische Urtext wurde sowohl von Michael Velser als auch von Otto von Diemringen ins Deutsche übertragen. Unser Textzeuge enthält die Übersetzungsversion Michael Velsers. Die Reisebeschreibung befindet sich auf den Blättern 107r-190v. Der Schluß des Textes fehlt.


Hans Gröchenig


Literatur: Ernst BREMER, In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, Bd. 5 (Berlin 1985), Sp. 1201-1214
Sir John Mandevilles Reisebeschreibung. Nach der Stuttgarter Papierhandschrift Cod. HB V 86. Hrsg. von Eric John Morrall (= Deutsche Texte des Mittelalters 66, Berlin 1974), S. CIXf.
Ingrid BAUMGÄRTNER, Mandeville, Jean de. In: Lexikon des Mittelalters 6, Sp. 188f.