Zeichnung: Paul Hörbiger als Laura bei einer Schulaufführung

Zeichnung: Paul Hörbiger als Laura bei einer Schulaufführung

In: Schatzhaus Kärntens. Landesausstellung St. Paul 1991. 900 Jahre Benediktinerstift. Teil 1: Katalog. Herausgegeben vom Ausstellungskuratorium. Redigiert von Hartwig Pucker. – Klagenfurt: Universitäts-Verlag Carinthia 1991. 525. 8°. Objekt-Nr.: 25.52, S. 467.

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Zeichnung: Paul Hörbiger als Laura bei einer Schulaufführung

© Information: Ausstellungskuratorium


Skizze von Swibert Lobisser (Tiffen 1878 - Klagenfurt 1943)
Höhe 52/Breite 36 cm

Paul Hörbigers Vorliebe für Theater und Schauspiel fiel zwar bald auf, trotzdem ahnte wohl kaum jemand, daß man gerade hier in St. Paul jene Persönlichkeit in seiner Mitte hatte und mit der für das weitere Leben in vielerlei Hinsicht vielleicht entscheidenden Bildungs- und Lebensgrundlage ausrüstete, die in der Folgezeit zu einem begnadeten Schauspieler heranreifen sollte. In „Ich hab für euch gespielt“ steht über eine Theateraufführung Anfang 1914: "Ein anderes Stück in unserem Repertoire war die „Fünffache Mordsgeschichte des Rinaldo Rinaldini“. In diesem Fall ist es mir gelungen, gegen die sonstigen Gepflogenheiten unseres Klosters auch eine Frauenrolle durchzusetzen, weil ich dies aus dramaturgischen Gründen für notwendig hielt. Aber keiner der Mitschüler wollte sich „in Weiberkleider schmeißen“, was aber zur Darstellung der Rinaldini-Tochter Laura unabdingbar war. Da sagte der Abt zu mir: „Wenn du schon die Frauenrolle im Stück haben willst, dann mußt du die Krot schlucken.“ So ist die Laura an mir hängen geblieben. Unser Zeichenprofessor war der heute berühmte Kärntner Maler Suitbert Lobisser, und der hat mich im Kostüm der Laura für alle Zeiten festgehalten."


Josef Röck