ide 4/2015: Sprachliche Bildung im Kontext von Mehrsprachigkeit

ide 4/2015: Sprachliche Bildung im Kontext von Mehrsprachigkeit HerausgeberInnen: Ursula Esterl / Georg Gombos

In der schulischen Lernumgebung sind gut entwickelte Kompetenzen in der Unterrichtssprache Deutsch nach wie vor entscheidend für den Lernerfolg. Bildungschancen sind ungleich höher, wenn LernerInnen über differenziertes sprachliches Wissen und Können verfügen. Auf Basis der Anerkennung der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit vieler SchülerInnen werden in diesem ide-Heft pädagogische und didaktische Strategien für die Entwicklung der Unterrichts- und Bildungssprache Deutsch sowie für die Einbeziehung und Vernetzung der mitgebrachten und schulisch erlernten Sprachen erarbeitet. Sprachliche Bildung wird als Aufgabe des gesamten Schulteams (im Rahmen des Unterrichts und der Schulentwicklung), aber auch des Umfelds der SchülerInnen (Familie, Freizeit …) verstanden. Erst dadurch kann das mitgebrachte Potential der Lernenden zur Ressource für erfolgreiche Schulkarrieren und gesellschaftliche Teilhabe werden.

Das Ziel dieses ide-Bandes ist es, Orientierung im großen Feld der "Sprachlichen Bildung" zu bieten, ohne jedoch Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu können. In den grundlegenden Beiträgen im ersten Teil geht es darum, den Zusammenhang zwischen Sprache und Bildung aufzuzeigen. Dabei wollen wir uns dem Thema aus verschiedenen Richtungen nähern und die unterschiedlichen Betrachtungsebenen Gesellschaft - Institution - Individuum in den Blick nehmen. In den grundlegenden Beiträgen sollen Zugänge aus unterschiedlichen Disziplinen präsentiert werden: Aus pädagogischer Sicht stehen mehrsprachige Bildungswege und sprachliche Bildung im Fokus, Formen des mehrsprachigen Sprachgebrauchs sowie der Zweit- und Drittspracherwerb sollen aus linguistischer Perspektive dargestellt werden. Eine zentrale, methodisch-didaktische Frage ist, mit Hilfe welcher didaktischen Konzepte ein sprachensensibler, die Mehrsprachigkeit einbeziehender Unterricht in allen Fächern gestaltet werden kann, dabei interessieren sprachliche, lernstrategische, literarische und kulturelle Aspekte gleichermaßen.

Der zweite Teil der Publikation setzt sich mit der lebensweltlichen Mehrsprachigkeit der Schüler und Schülerinnen auseinander. Immer noch prägt der "monolinguale Habitus" (Gogolin 1994) Schule und Unterricht vielerorts, viel zu häufig richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Aufzeigen sprachlicher Defizite, anstatt vorhandene Ressourcen zu nützen und Vielfalt zu fördern. Und so sollen in diesem Abschnitt einerseits Fragen des Spracherwerbs und der damit verbundenen Emotionen, der Identität und des Rechts auf Sprache erörtert werden, andererseits sollen Überlegungen zum Lernraum Schule angestellt und zur Diagnose und Förderung von Sprachkompetenz und -bewusstsein angestellt werden.

Im Praxisteil gilt es nun, einen Blick in das mehrsprachige Klassenzimmer zu werfen, hier sollen erfolgreiche methodisch-didaktische Konzepte vorgestellt werden, unterschiedliche Zugänge zu sprachensensiblem Unterricht und Beispiele gelungener Sprachförderung vorgestellt werden.



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